Berichte

Challenge Barcelona-Maresme

Platz 2 beim Challenge Barcelona - Maresme!!

Was soll ich schreiben – 9:23.08h auf der Ironman-Distanz, das war 58 Minuten schneller als meine bisherige Bestzeit. Mann kann und soll ja die Strecken nicht untereinander vergleichen, aber die Strecke hielt was sie versprach – flach und schnell – gut für Bestzeiten!
Sonntagmorgen, 4.30Uhr klingelte der Wecker. Ich war noch immer verhältnismäßig ruhig und konnte mehr frühstücken als sonst. Nach dem Frühstück brachte mich mein Mann in Richtung Wechselzone, während meine Eltern sich um Laetitia kümmerten. Ich präparierte mein Fahrrad und vertrieb mir ein wenig die Zeit. Dann war es auch schon Zeit den Neo anzuziehen und die warmen Sachen abzugeben und Richtung Start zu wandern. Es wurde in Wellen gestartet, 7.30Uhr starteten die Profi-Männer und 2 Minuten später dann wir Frauen. Landstart mit trockenem Neo war etwas ungewöhnlich, aber zum Einschwimmen war es vorher einfach zu dunkel.

Startschuss und los geht’s. Noch vor der ersten Boje führte ich das Feld schon an. Die Orientierung war aufgrund der gerade erst angebrochenen Dämmerung recht schwierig. Ich sah keine Bojen, orientierte mich an den roten Badekappen vor mir. Ich holte diverse Männer, die vor uns gestartet waren, ein und hoffte, dass diese den richtigen Weg geschwommen sind. Auf der zweiten Hälfte sah ich auch endlich Bojen und eine Gruppe vor mir, welche ich dann kurz vor Ende einholte. Das Schwimmen war wesentlich besser als gedacht, da es im Training gar nicht lief. Mit einmal Schwimmtraining in der Woche stellt sich eben kein Wassergefühl ein. Da hat der Xterra Neo ganze Arbeit geleistet und mir den nötigen Auftrieb verschafft.

Auf zur Wechselzone. Beutel finden, dann Helm, Sonnenbrille und Startnummer anziehen, Neo verstauen und auf geht’s zum Fahrrad. Erst einmal hieß es besonnen losfahren. Die ersten 3km gingen durch Calella mit einigen „Speed bumps“, so dass hier langsam fahren angesagt war. Auf dem Rundkurs angekommen, legte ich mich sofort auf meinen Aero und machte Druck. Aber halt, erst einmal etwas essen. Der Plan war alle halbe Stunde einen halben Riegel zu essen und bei Bedarf noch Banane. Das hat super funktioniert. Nach ca. 20 Kilometern hat mich dann Hillary Biscay überholt. Ich versuchte sie immer im Blick zu behalten, was mir auch gut gelang. Als sie mir dann zu langsam wurde, habe ich sie sogar wieder überholt. Nach ca. 55km kam dann Sofie Goos vorbei. Hier habe ich gar nicht erst versucht dran zu bleiben, sie war mir zu schnell. Hillary hingegen schloss sich Sofie Goos an. Der Abstand zu den beiden wurde beständig größer. Diesen 3ten Platz konnte ich zu meiner Überraschung bis Kilometer 135 verteidigen. Da holte mich dann Sonja Jaarsveld ein. Sie fuhr mir auch davon, als aber die Hügel vor Calella zu befahren waren, konnte ich sie wieder einholen. Wir sind dann den Rest der Strecke mehr oder weniger in Sichtweite voneinander gefahren und gemeinsam vom Rad gestiegen. Sonja war in der Ebene schneller, ich holte in den Anstiegen wieder auf.

Nach 5:09h war ich zurück in der Wechselzone. Das war schneller als ich es je gedacht hätte. Ich hatte auf eine Zeit unter 5:30h gehofft und von 5:15h und schneller geträumt. Das ich aber fast 35km/h im Schnitt fahre über 180km ist noch immer etwas surreal für mich. Das Wetter war natürlich optimal dafür. Es war nur wenig Wind und half uns dann auch noch auf den letzten 20km, indem er von hinten etwas schob. Dann ging es zum Laufen. Fahrrad im Wechselgarten abstellen, Pulsmesser noch schnell mitnehmen, Laufschuhe anziehen, WC Stopp einlegen und schon ging es auf den Marathon.

Der Lauf war flach und bestand aus 4 Runden, so dass man die anderen immer wieder sehen konnte. Ich hatte mir vorgenommen, kontrolliert schnell loszulaufen. Ziel war es, mit Puls unter 160 die erste Hälfte durchzulaufen. Nach ca. einem Kilometer musste ich mich erst einmal bremsen, da ich zu motiviert losgelaufen war. So konnte ich keinen Marathon durchhalten, auch wenn der Pulsmesser gerade einmal 155 anzeigte. Der Puls sank dann auch etwas und bei 2km schaute ich das erste Mal auf die Uhr. Da standen 7:35min. Das war ganz schön schnell. Den 3ten Kilometer bin ich dann aber in 4:15min gelaufen, das Tempo war dann so okay. Nach 5 Kilometern konnte ich dann Sonja Jaarsveld wieder überholen, die ohne WC-Stopp deutlich schneller gewechselt hatte. An jedem Wendepunkt konnte ich sehen wie die Abstände nach vorne und hinten veränderten. Auf Hillary lief ich auf und von Sonja entfernte ich mich, der Abstand zur Führenden Sofie Goos veränderte sich kaum.

Nach 26km auf der Laufstrecke hatte ich Hillary ein und überholt. Da war ich nun auf Platz 2 in solch einem großen Rennen. Die Panik, jetzt noch einen Einbruch zu erleben, lief die ganze Zeit mit. Ich schaute immer auf meinen Vorsprung vor der Nächsten und rechnete, wie viel Zeit sie aufholen müsste. Konnte ich eventuell in den Verpflegungszonen gehen und trotzdem meinen Platz verteidigen? Ich musste zum Glück nicht gehen, auch wenn ich jetzt nur noch 4:40min pro Kilometer lief und keine 4:15min mehr. Mein Tempo konnte ich bis zum Schluss halten, obwohl ich schon nach dem Rad fahren mit schmerzenden und schweren Beinen losgelaufen war. Es kamen zum Glück keine Krämpfe dazu, nur die Bauchmuskeln schmerzten beständig mehr. Da ich aber die Gels ohne Probleme in mir behalten konnte, störte das nicht wirklich. Das Wetter war angenehm, nicht zu warm oder zu kalt. Auf dem Rückweg beim Laufen gab es immer Gegenwind, der angenehm erfrischte. Das Laufen aber erschwerte er nach den schnellen Rückenwindabschnitten.

Nach 41km ging es Richtung Ziel. Platz 2 war mir nicht mehr zu nehmen. Eine Ewigkeit (ca.5min) später stand dann das Schild „last kilometer“. Meine Beine wurden immer schwerer und der Weg zum Ziel irgendwie immer länger. Doch dann war sie endlich da – die Zielgasse. Platz 2 und 9:23.08h einfach nur Wahnsinn!!

Da habe ich mich nun so beeilt und konnte dann meine kleine Laetitia doch nicht viel sehen am Tag und sie musste ohne mich ins Bett gehen. Sie hatte mich den ganzen Tag mit Hilfe vom Papa und den Großeltern so schön angefeuert, aber Mama ist einfach nicht stehengeblieben. Da sich die Dopingkontrolle in die Länge zog, war sie schon im Bett, als ich endlich mein Becherchen füllen konnte. Sie hat dann nachts ein wenig Mama getankt und ich ein wenig Laetitia, so dass wir nicht zur Finishline Party waren.

Challenge Barcelona-Maresme war eine Reise wert und ist schön, um die Saison ausklingen zu lassen. Mal sehen, wann ich das nächste Mal dort starte.

Ironman France 2009

Eigentlich wollte ich beim Ironman France nur ins Ziel kommen, da ich 2005 dort die Ziellinie nicht gesehen habe. Da war die Enttäuschung natürlich groß, so dass ich erst jetzt etwas schreibe. Aber erstens kommt es immer anders zweitens als man denkt. Nachdem der Winter nur relativ wenig Training zuließ und ich das Mallorca-Trainingslager eher zur Gesundung als zum Training nutzen konnte, lief das Frühjahr dann umso besser. Der April brachte endlich die ersehnten Radkilometer und auch der Mai meinte es gut mit mir. Mit der Form ging es stetig bergauf, was sich mit dem Sieg beim Pflüger-Triathlon in Harsewinkel bestätigte. Meine Laufzeit war überraschend schnell, das hatte sich im Training nicht so abgezeichnet. Ich lief meist noch immer meinen Zeiten aus den anderen Jahren hinterher. Nur an wenigen Tagen blitzte die frühere Laufform mal durch. Dann wurde Mitte Juni das Wetter wieder schlechter und Laetitia brachte mal wieder eine Erkältung mit nach Hause. Super, so kurz vor dem Wettkampf soll man sich ja von kranken Personen fernhalten. Es kam wie es kommen musste, 10 Tage vor dem Wettkampf hatte ich eine eitrige Angina. Da hieß es dann sofort kein Training mehr und Antibiotikum nehmen, um den Start zu retten. Der Taper war natürlich gelaufen. 4 Tage später hat sich dann auch noch mein Mann angesteckt, so dass auch seine Vorbereitung auf den Ironman in Frankfurt leiden musste. Laetitia hat das ganze mit am besten weggesteckt. Da sie noch immer reichlich Antikörper über die Muttermilch erhält, brauchte sie kein Antibiotikum. Aufgrund des Antibiotikums trat rasch Besserung ein und wir reisten nach Nizza. Ich war wieder gesund und guter Dinge.
Solche Reisen sind für Laetitia aufregend und anstrengend und ihr Schlafrhythmus ist dann auch immer zerstört. 2 Tage vor dem Rennen hatten wir dann auch noch Feueralarm (Fehlalarm) in unserem Hotel. Laetitia war immer um 1Uhr und 5Uhr nachts wach. Dazu kam dann noch der Feueralarm gegen 3Uhr. Eigentlich soll man ja in dieser Nacht viel schlafen, ich bekam also extra wenig Schlaf. Laetitia hat den Feueralarm glatt überschlafen, war aber pünktlich 5Uhr wach und schlief auch leider nur bis kurz nach 7Uhr. Samstag war mein Mann noch mit dem Rad unterwegs und ich habe mir mit Laetitia einen Teil der Radstrecke angesehen. Dann hieß es Sachen packen und einchecken. Chek-in sollte erst zwischen 18.00 und 19.00Uhr sein und niemand durfte angeblich früher kommen, auch keine Ausnahme für die Profis. Da Laetitia aber um die Zeit schon schläft, sind wir früher hin. Was sich da bot, war ein Anblick des Grauens. Eine lange Schlange mit Triathleten die ihr Rad abgeben wollten. Da waren die Zeiten von den Organisatoren wohl etwas zu knapp bemessen worden. Also da half nur hinten anstellen. Nach 20 Minuten kam ein Wettkampfrichter und fischte einige Frauen (waren alle zu früh da) aus der Schlange und platzierte uns extra. Dort hieß es dann 15Minuten in einer extra Box absitzen um dann doch schneller dranzukommen als in der Schlange. Bis wir wieder am Auto waren, war es dann 18.00Uhr. Laetitia schlief dann auf der Fahrt zum Hotel ein und konnte natürlich dann nicht mehr schlafen. Also war sie auch nicht nachts um 1Uhr wach, dafür aber ich. Ich konnte natürlich nicht wieder einschlafen, da ich dann doch Nervosität spürte. Nachdem sie dann 2.30Uhr nach Mamas Brust verlangt hatte, schliefen wir beide selig ein. 3.30Uhr klingelte dann der Wecker und riss mich aus dem Tiefschlaf. Frühstück, Wettkampfsachen schnappen, Kind wecken und nach Nizza fahren. An de Wechselzone angekommen, wieder in eine lange Schlange stellen um zum Fahrrad zu gelangen. Flaschen, Essen und Radschuhe anbringen, ewig anstehen um noch mal zu pinkeln und dann Neo anziehen. Meine Vorwettkampfkleidung habe ich dann meinem Mann in die Hand gedrückt, da mir die Schlange an der Abgabe einfach zu lang war und sich nichts bewegte. Dann ging es auf zum Wasser und in den Profi-Startblock. Der war zum Glück nicht so voll, auch wenn sich diverse Amateure zu uns gesellt haben. Ich entschied mich für die 3te Startreihe, da ich nicht so schnell über die Steine rennen mochte, der Tag war ja schließlich noch lang. Mir war klar, dass ich durch diese Taktik die erste Schwimmgruppe verpassen würde, ich habe mich aber für heile Knochen entschieden. Da ich nur 1mal pro Woche schwimmen war, wusste ich sowieso nicht, ob meine Schwimmform reichen würde.
Der Startschuss fiel und auf ins Getümmel. Ich musste mich also erst einmal befreien, von den vor mir gestarteten langsameren Schwimmern, die dann auch mal unter mir landeten. Aber was stellen sie sich auch in die erste Reihe. Nach ca. 400m war ich knapp 10m hinter der ersten großen Gruppe konnte sie aber nicht mehr erreichen, so dass ich mich für die Füße entschied, die ich gerade hatte. Da die Bojen in Nizza nur spärlich gesetzt waren, war ich froh nicht nach ihnen suchen zu müssen. Das schwimmen war lang wie immer. Nach knapp 55min entstieg ich dem Mittelmeer als erste Frau und ab aufs Rad. Dass ich vorn lag, konnte ich nur daran erahnen, dass ich ein Begleitmotorad bekam, welches mich erst verließ als mich eine Frau überholte. Da auf der Radstrecke nach ca. 50km ein 20km langer Anstieg anstand, bin ich bis dorthin streng nach Puls gefahren und habe immer wieder gegessen und getrunken. Da ich sonst immer nach knapp 2 Stunden auf dem Rad ein tief habe, wollte ich das diesmal unbedingt vermeiden. Das hat auch sehr gut funktioniert. Ich kam zu meiner Überraschung auf Platz 5 liegend auf dem Gipfel an. Soweit vorne hatte ich mich nicht erwartet. Als dann Martina Dogana auf mich auffuhr, habe ich versucht dranzubleiben. Das gelang mir erstaunlich gut. Von hier an hieß es für mich auch Feuer frei. In den Abfahrten wollte ich so wenig wie Möglich Zeit verlieren, was mir auch gelang. Ich bin noch nie so viel so schnell gefahren in einem Ironman. Zum Ende wurde es dann noch einmal etwas zäh, da wir Gegenwind hatten, auf dem Weg zurück nach Nizza. Ich stieg als 7te vom Rad und konnte die 6te (Katya Meyers) aber nicht weit vor mir sehen. Jetzt war „nur“ noch der Marathon zu laufen. Nach einem Dixistop ging es in die Laufschuhe und los. Ich wollte kontrolliert loslaufen, doch meine Beine liefen etwas schneller als gedacht. Ich hatte mir 3:15h für den Marathon vorgenommen, was schon ziemlich ambitioniert war. Nach nur 2 km lag ich auf Platz 6. Am Wendepunkt merkte ich dann, dass wohl eine Frau (Tove Wiklund) nicht losgelaufen war und ich mich somit auf Platz 5 befand. Am Ende der ersten Runde stand dann eine 44.30min – ein wenig schnell für einen 3:15h Marathon. Aber die Beine hatten sich gut angefühlt und der Kopf hat immer gesagt, der Marathon wird auf der zweiten Hälfte entschieden. Mit Martina Dogana und Alexandra Louison nicht weit vor mir und Abigail Bailey im Nacken, lief ich weiterhin zügig. Ende der 2ten Runde musste ich dann dringend ein Dixi finden. Das war nicht so einfach. Bei diesem Stopp hat mich dann Abigail Bailey überholt, aber meine Bauchschmerzen waren erst einmal wieder weg. Kurz nach Emde der 2ten Runde musste ich dann das erste Mal gehen. Meine Beine waren schwer und mein Körper wollte nicht mehr. Ich stellte mich also darauf ein, dass es ein langer Marathon werden würde. Ich wollte in den Verpflegungszonen gehen und mich ernähren und dazwischen laufen. Das tat ich dann auch in der nächsten Verpflegungszone, joggte wieder los. Damit habe ich schon gute Erfahrungen gemacht und mich auch immer wieder erholt. Ich kam aber nicht weit, musste gehen und plötzlich war mir schwindelig. Ich suchte mir schnell etwas zu hinsetzten, eine Laterne zum anlehnen. Ich wollte nur kurz ausruhen um dann wieder weiterzulaufen. Finishen war schließlich das große Ziel. Doch der Schwindel blieb und wurde nicht besser. Zusätzlich haben mich noch Sanitäter genervt, die mir immer wieder meine Hand von den Augen zogen, die ich nur zum Schutz vor der Sonne dahin nahm. Irgendwann haben sie mich dann ins Sanizelt gefahren und ich war aus dem Rennen. Der Schwindel wurde nur langsam besser. Da ich nicht wusste, wo der Schwindel herkam, wollte ich 2 Informationen haben. Wie ist mein Blutzuckerwert und was ist meine Körpertemperatur. Nachdem wir 2006 zur Ironman Sports Medicine Conference auf Hawaii etwas zu Überhitzung gehört hatten, wollte ich das bei mir ausschließen. Mein Gehirn hat also noch gearbeitet. Die Fiebermessung erfolgte mit einem Ohrthermometer während der Fahrt im Saniwagen, war also ohne Aussage. Ein Blutzuckermessgerät hatten sie nur im Sanizelt, aber es funktionierte nicht. Sie wollten mir einfach eine Elektrolytinfusion geben ohne irgendwelche Informationen zu haben. Ich habe abgelehnt, denn ich war ja noch in der Wechselzone pinkeln. Ein Elektrolyt- und Wassermangel konnte es also nicht wirklich sein. War es aber eine Unterzuckerung, wäre die Elektrolytinfusion kontraproduktiv gewesen. Das hätte den Blutzuckerspiegel nur noch weiter absinken lassen und mein Körper hätte noch länger gebraucht, um gegen zu regulieren. Also weiß ich nicht genau was mit mir los war, es war aber sicherlich die Summe mehrerer Faktoren. Zu wenig (Lauf)Training im Winter und Frühjahr nachdem ich auf Grund der Schwangerschaft ein halbes Jahr nicht gelaufen war, fehlendes Grundlagentraining auf dem Rad im Winter, erhöhter Energiebedarf während der Belastung da mein Körper immer noch Milch produziert, zu hohes Tempo auf der 2ten Hälfte beim Rad fahren und zu Beginn des Laufens, zu geringe Energieaufnahme während des Laufens auch wenn es sonst immer gereicht hat und zu wenig Laufkilometer mit der höheren Geschwindigkeit. Ich habe jedenfalls alles gegeben und mit einem DNF dafür bezahlt. Wäre das Rad fahren nicht so gut gelaufen, wäre ich wahrscheinlich nicht so schnell angelaufen immer mit dem Blick auf die Abstände nach vorn. Ich weiß jetzt aber, dass ich beim Rad fahren aufgeholt habe und mich nicht mehr verstecken muss. Mit etwas mehr Kilometern in den Beinen werde ich dann auch wieder so laufen können, dass ich das Ziel erreiche. Körperlich erschöpft war ich, als hätte ich den Ironman gefinisht und auch der Muskelkater konnte sich sehen lassen, für nur 23km laufen.
Mal sehen wie die Erholung verläuft. Ich werde wieder an der Startlinie eines Ironman stehen, ob es schon diesen Herbst sein wird oder erst nächstes Frühjahr wird man sehen. Laetitia sollte bis dahin irgendwie abgestillt sein, denn ich denke das war einer der Hauptgründe meines DNF’s.

Bis dahin

Katja

Ford Ironman World Championship Hawaii 2007

Das war ein harter Tag. Am Ende war ich nur noch glücklich, die Ziellinie zu erreichen und das die Sonne endlich nicht mehr so intensiv schien. Aber der Reihe nach:
Nachdem ich am Freitag morgen doch sehr nervös war, legte sich das ein wenig, so dass ich sogar sehr gut geschlafen habe. Um 3.45Uhr war Aufstehen angesagt, ein wenig frühstücken und dann ging es zum Bodymarking. Mit der Startnummer frisch auf die Arme gestempelt ging es noch mal zum Rad, um die Verpflegung anzubringen und noch mal Luft aufzupumpen. Dann hieß es noch Sonnencreme aufzutragen und den Schwimmanzug noch über die Wettkampfkleidung hinüber zu ziehen. 6:45h ging es dann endlich los. Wir Profis starteten 15min vor dem Rest des Feldes. Es waren zwar „nur“ 150 Athleten (ca. 1700 bei den Amateuren), aber ich habe trotzdem mehr Wasser denn je geschluckt. Es zählt jede Sekunde und da gibt niemand seinen Platz freiwillig her und wenn sich eine Lücke auftut ist sie hart umkämpft. Das ging die erste Hälfte des Schwimmens so. Danach wurde es ruhiger, da der Mann vor mir hatte reißen lassen. Wenn erst mal ein Loch entstanden ist, ist es so gut wie unmöglich es wieder zu schließen. Ich verließ auf Platz 6 der Frauen das Wasser, in ungefähr der Position, wie ich das vorher auch erwartet hatte. Auf dem Rad habe ich es erst einmal etwas ruhiger angehen lassen und bin mein eigenes Tempo gefahren. Ich bin dann auch von recht vielen Frauen überholt worden, aber das hatte ich auch so erwartet. Auf dem Weg hinauf nach Hawi war es dann auch etwas windig und ich hatte leichte energetische Probleme, so dass ich mich schon auf den Wendepunkt gefreut habe, um dort meine Eigenverpflegung zu bekommen. Leider waren zu dem Zeitpunkt gerade sehr viele Athleten an der Stelle, die ihre Eigenverpflegung haben wollten. Ich habe extra kurz angehalten. Da es mir aber zu lange gedauert hat, bin ich dann doch ohne weitergefahren und habe mich weiter von Riegeln ernährt. Zurück in Kawaihae ging es mir richtig gut und ich wurde nicht mehr so viel überholt. Die 2 Frauen die mich kurz vorher überholt hatten, konnten mir nicht mehr wegfahren und ich habe sogar ein paar Männer zurücküberholt. Frohen Mutes und mit persönlicher Radbestzeit bin ich dann auf die Laufstrecke. Schon auf dem Rad hatte die Sonne auf der Haut gebrannt, aber da hatte der Fahrtwind noch gekühlt. Jetzt beim Laufen fehlte dieser Fahrtwind und mein Körper fing an zu überhitzen. Nach 6km musste ich das erste Mal an einer Verpflegungsstation anhalten, um Eis aufzunehmen und meinen Körper zu kühlen. Leider reichte die Kühlung nicht soweit aus, dass ich mich noch mal erholt habe sondern ich musste immer noch längere Gehpausen einlegen. Die körperliche Erschöpfung nahm immer stärker zu und mein Magen weigerte sich zu verdauen. 4km vor dem Ziel musste ich mich dann 5 Minuten an den Rand setzten, weil selbst gehen zu anstrengend war. In diesen 5 Minuten hat dann mein Magen wieder etwas verdaut, so dass ich von dort bis ins Ziel laufen konnte. Der Einlauf auf dem Alii Drive war wieder traumhaft, auch wenn sich nicht alle Wünsche erfüllt haben. Platz 54 gesamt, Platz 36 bei den Profis, es war sicherlich mehr drin. Aber ich habe viel gelernt und Erfahrungen gesammelt und werde versuchen, wiederzukommen und mein Ergebnis zu verbessern.
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Ford Ironman Lake Placid 2007

Tja, was soll ich schreiben. Am Freitag vor der Abreise nach Lake Placid bin ich mit Halsschmerzen von der Arbeit nach Hause gekommen. Die waren zwar noch nicht schlimm, doch ein Blick in den Hals verriet nichts Gutes. Da war doch eine eitrige Mandel zu sehen. Perfektes timing! Das ganze Jahr hatte ich geschafft, mich der Bakterien und Viren der Patienten zu erwehren und gerade jetzt, 9 Tage vor meinem wichtigsten Wettkampf des Jahres, hatte mein Immunsystem den Kampf verloren. Eine Nacht später und mit wesentlich stärkeren Halsschmerzen, war die Entscheidung für ein Antibiotikum gefallen. 6 Tage Cefuroxim sollten helfen und den Wettkampf retten. Sonntag ging es dann nach Lake Placid.
Natürlich war somit die ideale Vorbereitung für den Wettkampf dahin. Da sich die allgemeinen Krankheitssymptome in Grenzen hielten, habe ich sogar noch ein wenig trainiert, aber bei weitem nicht das, was ich sonst in der letzten Woche vor dem Wettkampf mache. Zum Glück hat das Antibiotikum gut geholfen, so dass ich bis zum Wettkampf schmerzfrei war, auch wenn die Mandel immer noch größer als normal war. Im Training hatte ich mich natürlich nicht so fit gefühlt, wie ich das wollte, so das ich sehr nervös ins Rennen ging, da ich nicht wusste was mich erwartet. Ich hatte in den Wochen vorher sehr gut trainiert und war fit wie nie zuvor, befürchtete aber noch nicht wieder ganz gesund zu sein. Ich wollte vor allem das Ziel erreichen, nachdem mir das im letzten Jahr nicht gelungen war.
Wettkampfmorgen. Der Start erfolgte 6.25Uhr für die Profi-Frauen. 7.00 Uhr folgten dann der Rest des Feldes. Nach gutem Start war ich nach ca. 100m Schwimmen plötzlich an der Spitze des Feldes. Damit hatte ich nicht gerechnet, zu mal ich in der Woche vor dem Wettkampf nur noch einmal schwimmen war. 3,8km von vorn schwimmen hatte ich eigentlich nicht eingeplant. Direkt an meinen Füßen war Tereza Macel. Dieser war mein Tempo nach 3/4 der ersten Runde dann zu langsam und sie schwamm vorbei. Das war mir ganz recht so, wollte ich mich doch beim Schwimmen ein wenig schonen. Nach einem kurzen Landgang nach der ersten Runde ging es dann auf die zweite Runde. Mehr Glück beim Erkennen der Boje und kein Wasser in der Brille, brachte mich zurück an die Spitze, aber nur für 400m. Zweiter Platz nach dem Schwimmen und nicht zu viel Kraft vergeudet, so war das geplant. Dann gings aufs Rad.
2 Runden mit jeweils 1000 Höhenmetern waren zu fahren, wobei jeweils die letzten 20km wieder hoch nach Lake Placid gingen. Es fühlte sich nicht so locker an wie gewünscht, aber auch nicht so schlecht wie bei den letzten Ironman-Wettkämpfen. Einen Hungerast und Schwierigkeiten feste Nahrung zu mir zu nehmen, ohne das mein Magen rebellierte, über 1l Cola und 6 Stunden später, konnte ich auf Platz 13 vom Rad steigen. Das lag in meinen Erwartungen, jetzt kam nur noch der Marathon. Doch schon das Loslaufen war nicht so locker wie erwartet. Aber was solls, erst mal laufen. Die Geschwindigkeit war absolut im Limit, aber ein Gefühl der Schwäche breitete sich schon nach 5km aus, so dass mir schon die ersten Bedenken kamen. Nach 13km war es dann soweit. Am Fusse des Anstieges konnte ich nicht weiter laufen und musste gehen. Ab hier stand nur noch das Finishen im Vordergrund. Eine Platzierung in den Top ten und die Hawaii-Quali hatte ich abgeschrieben. Aus meiner Erfahrung vom IM Wisconsin 2005 wusste ich, dass ich mich in den Gehpausen erholen konnte um immer wieder mal ein paar Kilometer zu joggen. Also bis zur nächsten Verpflegung gehen, eisgekühlte Cola trinken und weiterlaufen. Wenn ich gelaufen bin war ich schnell, nur leider konnte ich nicht durchlaufen, sondern brauchte immer wieder Gehpausen. Nach 1:45h war der Halbmarathon geschafft. Ich rechnete, wenn ich 2:15h für die zweite Hälfte brauchen würde, wäre das immer noch ein 4:00h Marathon. Wider erwarten konnte ich die Laufabschnitte verlängern und die Gehpausen verkürzen. 12km vor dem Ziel konnte ich mich wider erwarten auf Platz 11 vorarbeiten. Von da an war mein Kampfgeist wieder geweckt. Auch wenn ich wusste, Platz 10 war nicht mehr zu erreichen, wollte ich doch auch nicht wieder zurückfallen. 1.53h für die zweite Hälfte des Marathons waren das Ergebnis und 3:38h für den Marathon. Sieht man nur die Marathonzeit scheine ich gleichmäßig durchgelaufen zu sein, das hätte ich nach der ersten Runde so nie erwartet. Platz 11 unter den Profis und 10:38h als Endzeit waren dann doch noch eine gutes Ergebnis, auch wenn es für die Hawaii-Quali 2 Plätze zu weit hinten war.
Am nächsten Morgen gab es dann doch noch die Überraschung. Nun geht es im Oktober nach Hawaii. Da gibt es dann noch mal eine neue Chance meine Form zu beweisen. See you in Kona 2007.